HERZsicher in der Per-Albin-Hansson-Siedlung

In der Per-Albin-Hansson-Siedlung wurden kürzlich von Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal, Bezirksvorsteher Marcus Franz, Harry Kopietz, Präsident des Vereins PULS, Mario Krammel, geschäftsführender Präsident des Vereins PULS sowie VertreterInnen von Wiener Wohnen und der IBA_Wien fünf neue Defibrillatoren in Betrieb genommen.

„Unser Ziel ist es, Wien zur ,HERZsichersten‘ Stadt zu machen. Gerade in Wohngebieten mit höherem Altersdurchschnitt, wie etwa hier in der Per-Albin-Hansson-Siedlung, kann die schnelle Verfügbarkeit eines Defibrillators im Ernstfall Leben retten“, erklärt Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal.

„Durch die neuen Geräte in der Per-Albin-Hansson-Siedlung können sich vor allem Bewohnerinnen und Bewohner aus der Risikogruppe noch sicherer fühlen. In Favoriten gibt es bereits einige öffentlich zugängliche Defibrillatoren. Jeder einzelne erhöht die Sicherheit im Falle eines Notfalls. Jedes gerettete Leben zählt“, betont Bezirksvorsteher Marcus Franz.

„Ein großer Teil der plötzlichen Kreislaufstillstände geschieht in den eigenen vier Wänden. Daher ist es wichtig, dass nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch in den Wohnhausanlagen Defis zur Verfügung gestellt werden“, so Harry Kopietz und Mario Krammel, Präsident und geschäftsführender Präsident des Vereins PULS.

Allein die fünf Defibrillatoren in der Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost und im Olof-Palme-Hof schaffen mehr HERZsicherheit für die BewohnerInnen von 4.714 Haushalten.

Lebensrettende Hilfe durch rasche, gezielte Reaktion

Wiener Wohnen forciert als erste kommunale Hausverwaltung in Österreich die Ausstattung von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren. 17 große Wohnhausanlagen, in denen viele Menschen leben und im Notfall rasch zum Defibrillator greifen können, werden bis Ende des Jahres von Wiener Wohnen mit insgesamt 30 Defibrillatoren ausgestattet. So gibt es sie u.a. bereits im George-Washington-Hof im 10. Bezirk, im Karl-Seitz-Hof im 21. Bezirk oder Robert-Uhlir-Hof im 2. Bezirk. Hinweisschilder in den Stiegenhäusern und in den Außenbereichen der Anlagen sollen rasch auf die wertvollen Lebensretter aufmerksam machen.

Das Projekt wird mit der Unterstützung des Vereins PULS umgesetzt.

Die Kosten für die Installation sowie den laufenden Betrieb der Defibrillatoren trägt Wiener Wohnen, die MieterInnen werden mit keinen Mehrkosten belastet. Auch über die Stadt Wien App und auf wien.gv.at/stadtplan finden sich die Defi-Standorte der unmittelbaren Umgebung.

„Im Jahr 2030 werden vier von zehn WienerInnen über 60 Jahre alt sein. Besonders für die wachsende Gruppe der älteren Wienerinnen und Wiener können schnell erreichbare Defibrillatoren lebensrettend sein“, begrüßt Susanne Herbek, SeniorInnenbeauftragte der Stadt Wien, die Installation der 30 neuen Defis im Gemeindebau.

Rund 80 Prozent aller Fälle des plötzlichen Herztodes treten in den eigenen vier Wänden auf. Der Rettungsdienst ist zwar nur einen Anruf entfernt, aber im Notfall geht es um jede Sekunde. Wenn rasch ein Defibrillator zur Stelle ist, kann dies Leben retten.

Noch 2010 überlebten nur zehn von hundert Betroffenen einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses, mittlerweile sind es 20 Prozent. Schon durch wenige Handgriffe können Zeugen von lebensbedrohlichen Zwischenfällen effizient Hilfe leisten und so die Überlebenswahrscheinlichkeit auf mehr als 70 Prozent erhöhen.

Internationaler Tag der Wiederbelebung am 16. Oktober

Auch deine Hände können Leben retten!

Der World Restart a Heart Day (internationaler Tag der Wiederbelebung) soll global die Bedeutung der Reanimationsmaßnahmen durch ErsthelferInnen bewusst machen. Ziel ist es, weltweit so viele Menschen wie möglich in Wiederbelebungsmaßnahmen zu schulen, um Betroffenen ein qualitätsvolles weiteres Leben zu ermöglichen.

Puls – Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes schließt sich rund um diesen Aktionstag jedes Jahr mit einer Awareness-Kampagne und einer Reihe von Veranstaltungen und Aktionen an. „Unsere Projekte basierend auf den Ideen der Puls-Fachleute, die wir gemeinsam mit verschiedenen Partnerorganisationen umsetzen“, gibt Harry Kopietz, Präsident des Vereins, an und meint weiter: „Die Aufklärung der Bevölkerung und die Botschaft DU kannst nichts falsch machen – auch DEINE Hände können Leben retten  zählen neben dem Ausbau des Defi-Netzwerks und den Reanimationsschulungen zahlreicher ErsthelferInnen zu unseren wichtigsten Anliegen.“

„Jedes einzelne Leben zählt und als Notfallmediziner freut es mich besonders, dass durch die Initiative von Puls in Österreich, insbesondere im Großraum Wien, heute immerhin mehr als 20% der Betroffenen einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses qualitätsvoll überleben – vor 10 Jahren waren es nur 10%. Wenn man bedenkt, dass bei einer leblosen Person die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um etwa zehn Prozent abnimmt und die Einsatzfälle in 80% der Fälle in den eigenen vier Wänden stattfinden, wird klar, dass die rasche Hilfe durch Laien noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes oft die einzige Möglichkeit ist, einen Menschen wieder ins Leben zurückzuholen,“ so Dr. Mario Krammel, geschäftsführender Präsident von PULS und Chefarzt der Berufsrettung Wien.

  • KAMPAGNE: Der Puls-Moment
    Der PULS-Moment ist der Moment, in dem klar ist, dass ein Mensch überlebt. Alle Betroffenen – also Überlebende, Angehörige, ErsthelferInnen – erleben diesen Moment aus verschiedenen Perspektiven auf unterschiedliche Art. Genau diese Emotion will die aktuelle Puls-Kampagne authentisch einfangen, weshalb ausschließlich Personen mit einer wahren Geschichte für die Sujets ausgewählt wurden. Unterstützt wird diese Kampagne von der Kreativagentur Lumsden & Friends, dem Fotografen Joachim Haslinger und der Gewista.
    Siehe dazu auch: https://www.puls.at/projekte/kampagne-2020/
  • PROJEKT: Wiener Wohnen stellt 30 Defibrillatoren zur Verfügung
    Im Rahmen dieses Pilotprojektes wurden in Gemeindebauten in ganz Wien 30 neue Defibrillatoren (Defis) als wichtiger Beitrag für die Sicherheit der BewohnerInnen installiert. Fünf davon wurden am 9.10. von Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál, Favoritens Bezirksvorsteher Marcus Franz,  Wiener Wohnen-Direktorin Karin Ramser, Puls-Präsident Harry Kopietz sowie dem geschäftsführenden Präsidenten von Puls Mario Krammel in der Per-Albin-Hansson-Siedlung in Betrieb genommen. Damit unterstützt Wiener Wohnen das Puls-Ziel, Wien zur „HERZsichersten“ Stadt zu machen. Durch diese Maßnahme können BewohnerInnen von 25.000 Wohnungen im Notfall innerhalb weniger Minuten auf einen Defi zugreifen. Die Kosten für die Installation sowie den laufenden Betrieb trägt Wiener Wohnen, damit die MieterInnen nicht mit Mehrkosten belastet werden. Alle Defi-Standorte sind über die Stadt Wien App (wien.gv.at/stadtplan) und die online-Plattform www.definetzwerk.at abrufbar.
  • PROJEKT: Wiener Märkte werden HERZsicher
    Im Rahmen der Initiative „Wien wird herzsicher“ werden die am stärksten frequentierten Wiener Märkte mit lebensrettenden Defis ausgestattet. Ein von der Gewista entwickeltes Schilderleitsystem weist den Weg zu den öffentlich zugänglichen und von 0 bis 24 Uhr verfügbaren Defis, die mittels Sprachanweisung im Ernstfall durch die Anwendung führen. Am 15.10.2020 wurde am Standort Floridsdorfer Markt nun ein weiterer Defi von Stadtrat Peter Hacker, Bezirksvorsteher Georg Papai, Puls-Präsident Harry Kopietz, Mario Krammel (geschäftsführender Präsident Puls, Chefarzt Berufsrettung Wien) und Gewista-Chef Franz Solta in Betrieb genommen. Seit 2017 konnten im Rahmen dieses Projekts in Kooperation mit dem Marktamt (MA 59) bereits 14 Standorte mit Defis versorgt werden unter anderem: Karmelitermarkt, Naschmarkt, Viktor-Adler-Markt, Meidlinger Markt, Hannovermarkt, Brunnenmarkt, Floridsdorfer Markt und Kutschkermarkt.
    Siehe dazu auch: https://www.puls.at/herzsichere-wiener-maerkte/

Fotos Puls-Kampagne: Puls – Kreation Lumsden & Friends, Fotos Joachim Haslinger
Fotos Defi-Inbetriebnahme Floridsdorfer Markt: Puls – Kellner
Fotos Defi-Inbetriebnahme Wiener Wohnen Per Albin Hanson Siedlung: Puls – Kellner

HERZsichere Wiener Märkte

Im Rahmen der Initiative „HERZsichere Wiener Märkte“ wurde 15.10.2020 am Floridsdorfer Markt ein weiterer Defi in Betrieb genommen. Insgesamt machen 14 Defibrillatoren des Marktamtes die Wiener Märkte und Außenstellen des Marktamtes noch „herzsicherer“. Diese sind bewusst an stark frequentierten Märkten wie dem Naschmarkt, Brunnenmarkt oder Viktor-Adler-Markt sowie Außenstellen des Marktamtes installiert worden. Schließlich sind jede Woche 360.000 Menschen in diesen Bereichen unterwegs. „In Abstimmung mit dem Verein Puls haben wir darauf geachtet, das Netzwerk an bereits vorhandenen Defis im öffentlichen Raum bestmöglich zu ergänzen“, erklärt Marktamtsdirektor Andreas Kutheil, „schließlich wollen wir die Infrastruktur unserer Märkte ständig verbessern und dazu gehört natürlich auch die Vorsorge für medizinische Ernstfälle.“ Die Defis sind von 0 bis 24 Uhr verfügbar und führen mittels Sprachanweisung im Ernstfall durch die Anwendung. Ein von der Gewista entwickeltes Schilderleitsystem weist im Bereich der Standorte sicher und schnell den Weg.

Stadtrat Peter Hacker zeigt sich erfreut darüber, dass durch diese Aktion an stark frequentierten Plätzen in Wien Defis für alle BürgerInnen uneingeschränkt zugänglich sind. Bezirksvorsteher Georg Papai schließt sich an, denn für ihn sei dies bereits der 71. auf der online-Plattform www.definetzwerk.at in Floridsdorf registrierte Defi. „Wir freuen uns“, so Gewista-CEO Franz Solta, „dass das von der Gewista entwickelte Defi-Leitsystem nun bereits auf acht Wiener Märkten richtungsweisend für die Herzsicherheit in Wien ist. Die Entfernung zu den Defis wird in lebensrettenden Sekunden angezeigt, in denen man diese erreichen kann – ein Defi hilft schließlich nur, wenn man diesen schnell zur Verfügung hat.“ Besonders stolz sei er darauf, dass es sich hierbei um das erste öffentliche Leitsystem zu Defis, das je in einer Stadt realisiert wurde, handelt. Die Botschaft bei der Lebensrettung mit einem Defi sei klar: „JEDE SEKUNDE ZÄHLT!“

Puls – Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes hat den internationalen Tag der Wiederbelebung (16.10.2020) zum Anlass genommen, um den Defi am Floridsdorf feierlich in Betrieb zu nehmen. „Unsere Projekte basieren auf den Ideen der Puls-Fachleute, die wir gemeinsam mit verschiedenen Partnerorganisationen – im konkreten Fall mit der MA 59 (Marktamt) – umsetzen“, gibt Harry Kopietz, Präsident des Vereins, an und meint weiter: „Die Aufklärung der Bevölkerung und die Botschaft DU kannst nichts falsch machen – auch DEINE Hände können Leben retten  zählen neben dem Ausbau des Defi-Netzwerks und den Reanimationsschulungen zahlreicher ErsthelferInnen zu unseren wichtigsten Anliegen.“

„Jedes einzelne Leben zählt und als Notfallmediziner freut es mich besonders, dass durch die Initiative von Puls in Österreich, insbesondere im Großraum Wien, heute immerhin mehr als 20% der Betroffenen einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses qualitätsvoll überleben – vor 10 Jahren waren es nur 10%. Wenn man bedenkt, dass bei einer leblosen Person die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um etwa zehn Prozent abnimmt, wird klar, dass die rasche Hilfe durch Laien noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes oft die einzige Möglichkeit ist, einen Menschen wieder ins Leben zurückzuholen,“ meint Mario Krammel, geschäftsführender Präsident von PULS und Chefarzt der Berufsrettung Wien abschließend.

Awarness-Bildung Reanimation

Schnelles Handeln bei Herzstillstand

Mario Krammel, geschäftsführender Präsident von Puls, hat im Rahmen der Initiative Mini Med Studium einen Vortrag zum Thema Reanimation in Gänserndorf gehalten. Dabei wurden die TeilnehmerInnen über die aktuellen wissenschaftlichen Fakten informiert und praktisch an die Herzdruckmassage und den Einsatz eines Defis herangeführt.

Weltherztag am 29. September!

Die World Heart Federation (WHF) regt an, den heurigen Weltherztag am 29. September den „HerzensheldInnen“ zu widmen. Dabei sollen sich Menschen weltweit selbst das Versprechen geben und auch einhalten, sich um die eigene und die Herzgesundheit ihrer Verwandten und Freunde zu kümmern. Puls –Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes schließt sich diesem Aufruf an und widmet die heurige Kampagne dem Puls-Moment.

Der Puls-Moment
Der PULS-Moment ist der Moment, in dem klar ist, dass ein Mensch überlebt. Alle Betroffenen – also Überlebende, Angehörige, ErsthelferInnen – erleben diesen Moment aus verschiedenen Perspektiven auf unterschiedliche Art. Genau diese Emotion will die aktuelle Puls-Kampagne authentisch einfangen, weshalb ausschließlich Personen mit einer wahren Geschichte für die Sujets ausgewählt wurden. „Ich gratuliere dem Verein Puls zu der gelungenen Awareness-Kampagne 2020 und möchte insbesondere den Überlebenden und ErsthelferInnen, die sich nochmals auf dieses – ihr persönliches – Erlebnis eingelassen haben, meinen Dank aussprechen. Das ist nicht selbstverständlich und gibt uns anderen eine Ahnung davon, wie wichtig die Initiative Puls – Gemeinsam gegen den plötzlichen Herztod ist“, meint Dr. Michael Ludwig, Wiener Bürgermeister.

Gemeinsam machen wir Wien herzsicher
Obwohl in Österreich das Netz der Blaulichtorganisationen so dicht wie nirgends anders in Europa ist, liegt die Krankenhausentlassungsrate nach einem präklinischen Herzstillstand in Wien derzeit lediglich bei 20 Prozent. „Das heißt: Nur 20 von 100 PatientInnen überleben einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses“, gibt Dr. Mario Krammel, geschäftsführender Präsident von PULS und Chefarzt der Berufsrettung Wien an. Es heißt weiter, dass bei einer leblosen Person die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um etwa zehn Prozent abnimmt. Die rasche Hilfe durch Laien, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft, sei oft die einzige Möglichkeit, einen Menschen wieder ins Leben zurückzuholen. Mit wenigen Handgriffen könne bei lebensbedrohlichen Zwischenfällen effizient Hilfe geleistet und die Überlebenswahrscheinlichkeit von derzeit rund 20 Prozent auf mehr als 70 Prozent erhöht werden, wenn ErsthelferInnen und Blaulichtorganisationen gemeinsam helfen.

Dabei gilt im Notfall: Nur Nichtstun ist falsch!
Prof. Harry Kopietz, Präsident von Puls, ergänzt: „Leider trauen sich aber nur die wenigsten aus Angst vor Fehlern und Unwissenheit einzugreifen. Wir haben daher dem Herztod den Kampf angesagt – denn jedes einzelne Leben zählt. Die Anzahl der Überlebenden konnte seit der Gründung von Puls drastisch erhöht werden. Darauf bauen wir auf, um die Überlebenschancen für Betroffene noch weiter zu erhöhen.“ Puls setze daher auf Aufklärung der Bevölkerung mit der Botschaft DU kannst nichts falsch machen – auch DEINE Hände können Leben retten. Parallel dazu werde der Ausbau des Defi-Netzwerkes in Wien vorangetrieben und man biete Schulungen für Projekt- und Blaulichtorganisationen sowie die Bevölkerung an. So sei es beispielsweise gelungen, in einem gemeinsamen Projekt mit Wiener Wohnen im heurigen Jahr mehr als 23.000 Gemeindebauwohnungen mit 30 öffentlich zugänglichen Defis zu versorgen und zwar ohne Mehrkosten für die MieterInnen zu verursachen.

Weitere Infos zur Puls-Kampagne „Der Puls-Moment“ anzeigen

Puls-Community-Event: 17.9.2020

Dieses außergewöhnliche Jahr hat uns alle sehr gefordert und vieles in Frage gestellt. Der plötzliche Herztod, für den wir uns alle engagieren, ist aber dennoch präsent. Puls-Mitglieder, Laien und Einsatzkräfte haben auch in dieser von Covid-19 überschatteten Zeit, Leben gerettet. Daher haben wir am 17.9.2020 zum Puls-Community-Event eingeladen, um die geretteten Leben zu feiern und die neue Puls-Kampagne „Der Puls-Moment“ zu präsentieren. – Selbstverständlich unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Einhaltung der gebotenen Vorsichtsmaßnahmen: Mund-Nasen-Schutz, Abstand, Händedesinfektion.

Puls-Präsident Harry Kopietz bedankte sich eingangs bei den den Mitgliedern und Puls-Partnerorganisationen für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Dabei betonte er einmal mehr, dass Überleben nur durch rasche Hilfe couragierter Ersthelferinnen und Ersthelfer und den Einsatz eines in der Nähe befindlichen Defis möglich ist.

„Mir dieser emotionalen Kampagne wollen wir erneut ein Zeichen setzen und aufzeigen, wie wichtig diese Ersthilfe für die Betroffenen ist, damit sie nach erfolgter Reanimation weiterhin ein qualitätsvolles Leben führen können. Gerade in Zeiten der Verunsicherung durch die Covid-19 Pandemie ist es wichtig, dass sich die Menschen nicht fürchten und hingreifen, um Leben zu retten“, führte Mario Krammel, geschäftsführender Präsident von Puls und Notfallmediziner, weiter aus.

So wurde für die Puls-Kampagne 2020, die nach einer Idee der Agentur Lumsden&Friends von Joachim Haslinger fotografisch umgesetzt wurde, bewusst der Mensch in den Fokus gerückt. Dabei ist es gelungen, die maximale Verdichtung des Erlebnisses, nämlich gerettet worden zu sein, im Wechselbad der Gefühle aus Angst, Hoffnung und Freude gemeinsam mit den Überlebenden herauszuarbeiten.

„Uns Dank gilt daher ganz besonders den Überlebenden, denn ohne ihre Bereitschaft, sich nochmals auf diesen Moment einzulassen, emotional noch einmal an diese Schwelle zu gehen, in sich hineinzuspüren und den Gefühlen freien Lauf zu lassen, wäre der starke Ausdruck in den Sujets nicht möglich,“ meinte Krammel abschließend und überreichte den Überlebenden und den LebensretterInnen die Puls-Ehrennadel.

Weitere Infos zur Puls-Kampagne „Der Puls-Moment“ anzeigen

Kampagnen-Partnerorganisationen:

Puls-Kampagne 2020: Der Puls-Moment

Die Puls-Awareness-Kampagne 2020 widmet sich dem Augenblick, in dem das Herz nach erfolgreicher Reanimation wieder zu schlagen beginnt. Der Puls-Moment beschreibt genau den Moment, in dem klar ist, dass ein Mensch überlebt. Alle Betroffenen erleben diesen Moment aus verschiedenen Perspektiven auf unterschiedliche Art:

  • ErsthelferInnen sind die Personen, die sich zumeist in unmittelbarer Nähe des Opfers befinden. Dies können Fremde, Angehörige, KollegInnen, PassantInnen, usw. sein. – Die emotionale Reaktion hängt davon ab, ob man die betreffende Person kennt oder ihr fremd ist.
  • Opfer kann jede Person sein, vom Säugling bis hin zum alten Menschen. – Plötzlicher Herzstillstand kann jede/n treffen, unabhängig von Parametern (wie zum Beispiel Alter, Geschlecht,…).
  • Einsatzkräfte lösen die ErsthelferInnen ab und übernehmen die weitere Versorgung.

Genau diese Emotion will die aktuelle Puls-Kampagne einfangen.

Dabei ist es wichtig, authentisch zu bleiben. Daher haben wir Gerettete und ihre ErsthelferInnen zusammen gebracht, um diesen Augenblick, der über Leben und Tod entscheidet, eindrucksvoll darstellen zu können. „Überleben ist nur durch rasche Hilfe couragierter Ersthelferinnen und Ersthelfer und den Einsatz eines in der Nähe befindlichen Defis möglich“, ist sich Harry Kopietz, Puls-Präsident, sicher.

Im Fokus der Aufnahme steht immer nur eine Person. Die Anwesenheit einer zweiten Person ist oft nur durch eine Hand auf der Schulter, am Kopf, in einer Umarmungsgeste oder einem Blick von außerhalb des Bildes spürbar. Fotografisch umgesetzt wurde die Idee der Agentur Lumsden&Friends von Joachim Haslinger, dem es durch seine empathische Herangehensweise gelungen ist, die maximale Verdichtung des Erlebnisses, nämlich gerettet worden zu sein, um das Wechselbad der Gefühle aus Angst, Hoffnung und Freude, gemeinsam mit den Überlebenden herauszuarbeiten. Es gelang ihm, eine Situation des Gebens und Nehmens, ein Sich-Einlassen auf den Moment und auf sich als Fotografen unter minimalistischem Einsatz von Equipement und Team zu erzeugen.

„Ganz besonders möchte ich mich bei den Überlebenden bedanken, denn ohne ihre Bereitschaft, sich nochmals auf diesen Moment einzulassen, emotional noch einmal an diese Schwelle zu gehen, in sich hineinzuspüren und den Gefühlen freien Lauf zu lassen, wäre der starke Ausdruck in den Sujets nicht möglich,“ meint Mario Krammel, geschäftsführender Präsident und Gründungsmitglied von Puls.

Gerade dieses Einlassen erfordert großes Vertrauen und Mut. Jede dabei aufkommende Reaktion war wichtig, Tränen der Freude, innige Umarmungen, ein verträumtes Lächeln oder ein lautes freudvolles Lachen. Fotografiert wurde an Orten des persönlichen Umfelds, am Ort des Geschehens oder aber an neutralen öffentlichen Plätzen; je nachdem, wo sich die Überlebenen am sichersten gefühlt haben.

„Mir dieser emotionalen Kampagne wollen wir erneut ein Zeichen setzen und aufzeigen, wie wichtig diese Ersthilfe für die Betroffenen ist, damit sie nach erfolgter Reanimation weiterhin ein qualitätsvolles Leben führen können. Gerade in Zeiten der Verunsicherung durch die Covid-19 Pandemie ist es wichtig, dass sich die Menschen nicht fürchten und hingreifen, um Leben zu retten“, sagt Mario Krammel, der auch Notfallmediziner ist, abschließend.

Kampagnen-Partnerorganisationen:

Kampagnen-Sujets:

Das neue Puls-Zentrum: Tag der offenen Tür

Am 7. September hatten Puls-Mitglieder und sonstige Interessierte die Möglichkeit, das neue Puls-Zentrum in 1090 Wien, Lichtentaler Gasse 4, zu besichtigen. Trotz selbst auferlegter strenger Covid-19-Vorsichtmaßnahmen, haben sich die BesucherInnen wohl gefühlt und reges Interesse gezeigt.

Mit dem neuen Puls-Zentrum wurde nach 10 Jahren seit Bestehen des Vereins nun eine räumliche Anlaufstelle geschaffen, um den Geschäftsbetrieb zukünftig noch professioneller administrieren zu können. Neben Büro- und Lagerräumen steht nun auch ein eigener Schulungsraum zur Verfügung. Ein im Außenbereich installierter Defi, der rund um die Uhr öffentlich zugänglich ist, wurde von Mario Krammel (geschäftsführender Präsident Puls) und Harry Kopietz (Präsident Puls) in Betrieb genommen.

Herzstillstand: Der Einfluss eines polizeilichen Erstversorgungssystems

Unter der Leitung von Mario Krammel (MUW, Puls, Berufsrettung Wien) und Elisabeth Lobmeyr (MUW, Puls) hat ein 12-köpfiges Forscherteam der Medizinischen Universität Wien (MUW) und Puls (Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes) insgesamt 85 Einsatzfälle der Polizei untersucht, bei der AEDs zum Einsatz kamen. Damit sollte der Einfluss eines qualitativ hochwertigen polizeilichen Erstversorgungssystems auf ein qualitätsvolles Leben nach einem Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses nachgewiesen werden.

Abbildung: Kaplan-Meier-Überlebensdiagramm, das Patienten mit Polizei-AED mit Patienten ohne Polizei-AED vergleicht, unter Verwendung des Log-Rank-Tests (p = 0,048). 
AED= automatische externe Defibrillation.
Abbildung: Kaplan-Meier survival plot comparing patients receiving police AED to patients without police AED using log rank test (p = 0.048). AED= automated external defibrillation.

Ausgangssituation:
Die Bemühungen von Laien, bei einem Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses (OHCA) eine grundlegende Lebenserhaltung (BLS) zu initiieren, sind in der westlichen Gesellschaft nach wie vor vergleichsweise gering. Daher wurden zur Verkürzung der No-Flow-Zeiten bei Herzstillstand in städtischen Gebieten mehrere mit automatisierten externen Defibrillatoren (Pol-AED) ausgestattete polizeiliche Erstversorgungssysteme eingerichtet, die in der Folge eine frühzeitige BLS- und AED-Verabreichung durch Polizeibeamte ermöglichen. Daten über die Qualität des Einsatzes von BLS und AED in einem solchen System und seine Auswirkungen auf das PatientInnenergebnis sind jedoch nach wie vor limitiert und lassen keine allgemein gültigen Schlussfolgerungen zu.

Methode:
Daher wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung insgesamt 85 Pol-AED-Fälle nach dem Zufallsprinzip einer geschlechts-, alters- und rhythmusangepassten Nicht-Pol-AED-Kontrollgruppe (n = 170) im Verhältnis 1:2 zugeordnet. Daten zur Qualität der BLS wurden über transthorakale Impedanz-Verfolgung der verwendeten AED-Geräte extrahiert.

Ergebnisse:
Beim Vergleich von Pol-AED-Fällen und der Kontrollgruppe konnte eine ähnliche Kompressionsrate pro Minute (p = 0,677) und ein ähnliches Kompressionsverhältnis (p = 0,651) beobachtet werden, was eine insgesamt hohe Qualität der von PolizeibeamtInnen verabreichten BLS widerspiegelt. Die Zeit bis zum ersten Schock war in Pol-AED-Fällen signifikant kürzer (6 Minuten [IQR: 2-10] vs. 12 Minuten [IQR: 8-17]; p<0,001). Während Pol-AED nicht mit einer erhöhten anhaltenden Rückkehr der spontanen Zirkulation (p = 0,564) assoziiert war, wurde eine starke und unabhängige Auswirkung auf das Überleben bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus (adj. OR: 1,85 [95%CI: 1,06-3,23; p = 0,030]) und eine Borderline-Signifikanz für die Assoziation mit einem günstigen neurologischen Ergebnis (adj. OR: 1,58 [95%CI: 0,96-2,89; p = 0,052) beobachtet.

Schlussfolgerung:
Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass in den bewerteten Pol-AED Fällen ein frühzeitiges qualitätsvolles BLS  und der Einsatz eines hochwertigen AEDs nachgewiesen werden konnte. Demnach beeinflusst eine Pol-AED-Versorgung die Überlebensrate positiv und wirkt sich darüber hinaus in neurologischer Hinsicht signifikant auf ein qualitätsvolles Leben der PatientInnen aus.

AutorInnen:

  • Mario Krammel (MUW | Puls | Berufsrettung Wien)
  • Elisabeth Lobmeyr (MUW | Puls)
  • Patrick Sulzgruber (MUW | Puls)
  • Markus Winnisch (MUW | Puls)
  • David Weidenauer (MUW | Puls)
  • Michael Poppe (MUW)
  • Philip Datler (MUW)
  • Sebastian Zeiner (MUW)
  • Markus Keferboeck (MUW)
  • Jakob Eichelter (Puls)
  • Thomas Hamp (MUW | Puls)
  • Thomas Uray (MUW)
  • Sebastian Schnaubelt (MUW | Puls)
  • Alexander Nürnberger (MUW)

Vollständigen Fachartikel nachlesen unter: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0233966