PULS im Gespräch mit Wohnbaustadträtin Mag.a Elke Hanel-Torsch
Wie kann Wien auch im Wohnbau noch HERZsicherer werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Gesprächs von PULS mit Wohnbaustadträtin Mag.a Elke Hanel-Torsch. Für PULS nahmen Prof. Harry Kopietz, apl. Prof. Priv.-Doz. DDr. Sebastian Schnaubelt-Merrelaar und Herbert Willer an dem Austausch teil.
Ein zentrales Anliegen von PULS ist es, Defibrillatoren dort verfügbar zu machen, wo sich ein großer Teil der plötzlichen Herzstillstände ereignet: im unmittelbaren Wohnumfeld. Studien zeigen, dass die Überlebenschancen bei prähospitalen Herzstillständen in Wohngebieten geringer sind und ein rasch verfügbarer automatisierter externer Defibrillator (AED) den lebensrettenden Schock deutlich früher ermöglichen kann.
Unter dem Titel „HERZsicheres Wohnen in Wien“ präsentierte PULS daher die Idee eines verbindlichen AED-Mindeststandards für größere Wohnhausanlagen. Konkret schlägt PULS für Anlagen ab 50 Wohnungen zumindest einen 24/7 frei zugänglichen Defibrillator vor. In weitläufigeren Anlagen sollen die Standorte so geplant werden, dass der Abstand zwischen den Geräten höchstens 300 Meter beträgt. Ebenso wichtig sind für PULS eine gut sichtbare Platzierung, die Registrierung im Defi-Netzwerk sowie klar geregelte Wartung und Verantwortung.
Ein Defibrillator allein reicht jedoch nicht. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts sind regelmäßige Reanimationstrainings für Bewohner*innen, Hausbetreuung und Wohnpartner*innen, bei denen Herzdruckmassage und AED-Anwendung praktisch geübt werden.
Wien verfügt im Bereich des Wohnens über mehrere Möglichkeiten, entsprechende Standards voranzutreiben – etwa über Wiener Wohnen, die Wohnbauförderung, Bauträgerwettbewerbe und Qualitätskriterien. Auch eine mögliche Verankerung in der Wiener Bauordnung soll geprüft werden.
Erfreulich ist, dass der Austausch fortgesetzt wird: Bereits Ende Oktober ist ein erstes vertiefendes Gespräch mit den zuständigen Stellen vorgesehen. Dabei soll das Thema „HERZsicheres Wohnen in Wien“ zunächst gemeinsam genauer beleuchtet, fachlich eingeordnet und ausgelotet werden, welche Möglichkeiten und Ansatzpunkte für die weitere Beschäftigung mit dem Thema bestehen.
Für PULS ist dies ein wichtiger erster Schritt, um das Thema der raschen Verfügbarkeit von Defibrillatoren im Wohnumfeld stärker in den Fokus zu rücken und gemeinsam mit den relevanten Stellen weiterzudenken.
Unser Ziel ist klar: Lebensrettende Hilfe soll auch dort schnell verfügbar sein, wo die Menschen leben. Denn im Ernstfall zählt jede Minute: RUFEN – DRÜCKEN – SCHOCKEN.







© Roland Ferrigato TV-Media